Ausbildung, Ortswechsel und musikalisches Lernen

Asad wurde 1907 in Midyat geboren. Zu seiner frühen Ausbildung gehörte die Schule Taw Mim Simkath; die fachwissenschaftliche Biografie verbindet seine Lehrer mit der syrischen Literaturwelt, darunter Philoxenos Yuhanon Dolabani. Spätere Reisen und Studien brachten ihn mit musikalischer Praxis außerhalb seines Geburtsortes in Kontakt. Biografie und SyriacMusic-Archiv verbinden seine Laufbahn mit Beirut sowie Gemeinschaften in Syrien und Palästina. Vor seinem abschließenden schwedischen Lebensabschnitt stand ein regionales Leben des Lernens, Lehrens und Komponierens.[1][2]

Liedern eine schriftliche Form geben

Die SyriacMusic-Darstellung nennt Lieder aus den 1920er- und 1930er-Jahren sowie einen 1953 in Aleppo veröffentlichten Band mit dreiundzwanzig notierten Stücken. Sie stellt Lieder über Gemeinschaft und Heimat neben Asads Interesse an der schriftlichen Aufzeichnung von Musik. Gedruckte Noten ermöglichen es einer Melodie, zwischen Lehrenden, Lesenden und Aufführenden zu wandern, wobei Unterschiede in der tatsächlichen Darbietung möglich bleiben. Sie sollten daher neben den Aufnahmen und der biografischen Dokumentation des Archivs untersucht und nicht als vollständige Aufzeichnung aller musikalischen Einzelheiten behandelt werden.[2]

Musik als lehrbare Praxis

Qamishli wurde zu einem wichtigen Zentrum seiner Arbeit. Das Musikarchiv verzeichnet 1957 eine private Musikschule und Unterricht im Kulturzentrum der Stadt von 1958 bis 1967; die fachwissenschaftliche Biografie beschreibt auch Unterricht in mehreren Orten. Diese Tätigkeiten verleihen seinem Vermächtnis eine institutionelle Dimension. Lieder waren ein Weg zum Publikum, Unterricht ein anderer: Lernende konnten Techniken erwerben und ein Repertoire in unterschiedliche Umfelder tragen. Die erhaltenen Aufzeichnungen belegen neben dem Komponieren eine Laufbahn nachhaltiger musikalischer Bildungsarbeit.[2][1]

Musik und historische Argumentationen

Tala Jarjour untersucht Asads Schriften neben denen Nouri Iskandars in einer Analyse moderner syrischer Musikforschung. Sie fragt, wie technische Musikbeschreibungen auch Argumente über Nation, Religion und kulturelle Zugehörigkeit tragen können. Dies erlaubt, Asads intellektuellen Anspruch zu würdigen und zugleich Behauptungen sehr alter Kontinuität zu prüfen. Eine Theorie musikalischer Ursprünge aus dem 20. Jahrhundert belegt das historische Denken ihres Autors; das Alter einer bestimmten Melodie muss durch eine eigene Quellenkette nachgewiesen werden.[3]

Ein Repertoire im Leben der Diaspora

Asad ließ sich später in Schweden nieder und starb 1997 in Stockholm. Die biografische Darstellung von SyriacMusic nennt außerdem ein spätes Lied in Turoyo und zeigt damit, warum Sprache auf der Ebene des einzelnen Werks erfasst werden sollte. Sein Leben verbindet örtlichen Unterricht mit der Verbreitung von Liedern unter verstreuten Hörenden. Das verlinkte Archiv eröffnet Wege zum Hören und Weiterforschen. Die Verfügbarkeit auf einer Website belegt jedoch keine Erlaubnis, Aufnahmen zu kopieren, Noten zu veröffentlichen oder die Stimme eines Künstlers andernorts zu verwenden.[1][2]

Die Spur der Belege

Quellen für dieses Profil

  1. George A. Kiraz. Asʿad, Gabriel.

    Fachwissenschaftliche biografische Darstellung von Ausbildung, Ortswechseln, Unterricht, Veröffentlichungen und Tod.

  2. SyriacMusic-Archiv. Gabriel Asaad and Syriac folk music.

    Musikalische Gemeinschaftsdokumentation: datierte Lieder, Notensammlung von 1953, Unterricht in Qamishli, Schweden und Sprache eines späten Liedes. Aufnahmen werden verlinkt und nicht kopiert.

  3. Tala Jarjour. Local Sources and the Limits of Music Scholarship: The Case of Syriac Chant.

    Wissenschaftliche Originalforschung in Música em Contexto 11/1 (2017), S. 111–141, zu Asad, Iskandar und dem Verhältnis von Musiktheorie und kultureller Identität.