Eine bischöfliche Laufbahn und ein breites literarisches Feld

Abdisho war Bischof von Sinjar und Beth Arbaye, bevor er um 1291 Metropolit von Nisibis und Armenien wurde. Er starb 1318. Die fachwissenschaftliche Biografie beschreibt ein umfangreiches Werk auf Syrisch und Arabisch, darunter Theologie, Dichtung und Recht. Manche Titel sind aus Listen bekannt, während andere als Texte erhalten sind. Diese Unterscheidung lässt seine Vielseitigkeit erkennen, ohne anzunehmen, dass jedes in der mittelalterlichen Literaturgeschichte genannte Werk noch als vollständige Handschrift verfügbar ist.[1]

Die Pearl als Glaubensleitfaden

In der Einleitung zur Pearl bietet Abdisho eine kompakte Erklärung christlicher Lehre, die auf Wunsch eines Kirchenleiters entstand. Das Werk gliedert sich in fünf Hauptteile und führt von Gott und Schöpfung zu Christus, den Sakramenten der Kirche und Fragen des künftigen Lebens. George Percy Badgers englische Übersetzung von 1852 macht eine historische Übertragung zugänglich. Ihre Sprache und erklärenden Entscheidungen gehören zu einer Übersetzung des 19. Jahrhunderts und sollten bei der Frage nach einem präzisen theologischen Begriff mit syrischen Ausgaben verglichen werden.[2]

Unterschiedliche Formen für unterschiedliche Lesende

Paradise of Eden zeigt aufwendige literarische Kunstfertigkeit, während seine Kanonessammlung und seine Schriften zu kirchlichen Urteilen die Kirchenordnung behandeln. Diese Werke verlangten unterschiedliche Formen von Sprache und Autorität: Dichtung konnte sprachliches Können zeigen, Rechtsliteratur frühere Entscheidungen für die Anwendung ordnen. Die Einleitung der Pearl erwähnt selbst Paradise of Eden, bevor sie die neue Aufgabe erläutert. Diese Verbindung zeigt einen Autor, der sein Schreiben an mehrere Arten von Publikum und Zweck anpasst.[1][2]

Ein Katalog bewahrt literarische Erinnerung

Sein metrischer Catalogue verzeichnet Autoren und Bücher, darunter ansonsten verlorene Schriften. Damit ist er ein bedeutendes Zeugnis für die Breite syrischer Literaturkultur; ein Listeneintrag unterscheidet sich jedoch von einer erhaltenen Abschrift des genannten Werks. Auch der Katalog selbst besitzt eine Überlieferungsgeschichte. Der IRHT-CNRS-Eintrag identifiziert Paris, BnF, syr. 413 als eine Abschrift des Catalogue of Ecclesiastical Books aus dem 19. Jahrhundert. Das erinnert daran, die mittelalterliche Komposition eines Autors von einem wesentlich späteren materiellen Textzeugen zu trennen.[1][3]

Einen Text vom Autor bis zum modernen Katalog verfolgen

Der Pariser Handschrifteneintrag beschreibt sechsunddreißig Blätter, zweispaltige Schrift und zusätzliche Notizen im Zusammenhang mit Henri Pognon. Diese Einzelheiten zeigen, wie spätere Lesende einen älteren Text ordneten und untersuchten. Sie liefern auch einen praktischen Ausgangspunkt weiterer Forschung: Die Signatur identifiziert ein bestimmtes Objekt, der Werktitel eine Komposition, die in mehreren möglichen Abschriften überliefert sein kann. Beide Verweisarten erleichtern es, einer Aussage durch Ausgaben, Übersetzungen und Handschriften zu folgen, ohne diese zu einer einzigen Quelle zu verschmelzen.[3][2]

Die Spur der Belege

Quellen für dieses Profil

  1. Jeff W. Childers. ʿAbdishoʿ bar Brikha.

    Fachwissenschaftliche Biografie, Ämter, Chronologie, erhaltene und verlorene Schriften, Literaturkatalog und Ausgaben.

  2. Abdisho bar Brikha; übersetzt von George Percy Badger (1852); gemeinfreie Transkription von Roger Pearse. Marganitha, or The Pearl: the truth of the faith.

    Primärwerk in historischer englischer Übersetzung mit der Einleitung des Autors und fünfteiliger Gliederung. Die Seite kennzeichnet die Transkription ausdrücklich als gemeinfrei.

  3. Institut de recherche et d'histoire des textes, CNRS. Paris, BnF, syr. 413 — Catalogue des livres ecclésiastiques.

    Institutioneller Handschriftenkatalog mit Angaben zu einer Abschrift des 19. Jahrhunderts, materiellem Format und Pognon-Material; das Handschriftendatum ist nicht das Entstehungsdatum von Abdishos Werk.